Historie

Olsberg – eines der traditionsreichsten Familienunternehmen Deutschlands

Die Olsberg GmbH geht auf die Olsberger Hütte zurück, die 1495 erstmals urkundlich im Zusammenhang mit einem Verkauf von Anteilen erwähnt wurde. Bis vor einigen Jahren führte die Olsberger Hütte sich auf eine Erwähnung aus dem Jahre 1584 zurück, der zufolge 1577 ein Wassergraben zum Gierskoppbach angelegt worden sei, sodass mit der Erzschmelze habe begonnen werden können. Die Wirtschaftshistoriker Wilfried Reininghaus und Reinhard Köhne haben im Jahr 2008 in ihrem Buch „Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und der frühen Neuzeit“ darauf aufmerksam gemacht, dass die Olsberger Hütte bereits im Jahr 1495 erstmals erwähnt wurde. Im Westfälischen Landesarchiv Münster liegt eine Urkunde des Reichskammergerichts über den Verkauf von drei Anteilen an der Hütte von Albert Ekenhardes an Heinemann Renters im Jahr 1495.

Historische Entstehung der drei Geschäftsbereiche

Olsberg gehört mit seiner weit über 440 jährigen Geschichte zu den ältesten Familienunternehmen Deutschlands. Die bisher älteste Datierung der „Olsberger Hütte“ ist aus einer Streitakte um ein Wasserrecht aus dem Jahre 1584 abzuleiten. Aus diesem Schriftstück geht hervor, dass am heutigen Stammsitz in Olsberg bereits im Jahr 1577 ein Wassergraben angelegt wurde.

Als erste Inhaber werden im Lagerbuch des alten Herzogtums Westfalen 1597 Gerd Krüper und Heinrich Stengel erwähnt. Wie lange die Olsberger Hütte im Besitz dieser „Gewerken" (Inhaber) war, ist nicht mehr genau festzustellen. Man kann allerdings davon ausgehen, dass die Familie Krüper über viele Jahre hinweg mit der Olsberger Hütte verbunden war. Sie zählte nicht nur zu den vermögendsten Familien im Ort, sondern hatte auch enge Verbindungen zur Familie Kropff, den späteren Gewerken, also Mitinhabern des Unternehmens.

  • Gusstechnik:
    • Die Ursprünge der Gusstechnik bei der Olsberg GmbH gehen auf das 19. Jahrhundert zurück. Während dieser Zeit vollzog das Unternehmen einen Übergang von der Erzverhüttung zu Gusseisenprodukten. Mit dem Einsatz von Gießereitechniken im 19. Jahrhundert (Anschaffung des ersten Kupolofens) wurde die Olsberger Hütte zu einem bedeutenden Hersteller von Gusseisenprodukten. Die Gusstechnik etablierte sich als zentraler Geschäftsbereich, der sich über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelte und an die technologischen Fortschritte angepasst wurde.
  • Wärmetechnik:
    • Die Ausrichtung auf Wärmetechnik ergab sich im 20. Jahrhundert, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg und während der Wirtschaftswunderjahre. Die hohe Nachfrage nach Herdöfen und Kochgeräten führte dazu, dass die Olsberger Hütte ihre Produktion verstärkt auf Wärmequellen ausrichtete. Die Modernisierung der Produkte, einschließlich der Herstellung von Ölöfen, Elektrospeicherheizungen und Heizungsanlagen, trug dazu bei, dass die Wärmetechnik zu einem zentralen Geschäftsbereich wurde.
  • Feinblechtechnik:
    • Die Ausweitung auf die Bearbeitung von Feinblechmaterial wie Stahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer erfolgte im Rahmen der Modernisierungsbestrebungen im 20. Jahrhundert. Feinblechprodukte, darunter auch solche für namenhafte Markenartikler, wurden in die Produktpalette der Olsberg GmbH aufgenommen. Diese Diversifizierung ermöglichte es dem Unternehmen, sich in verschiedenen Märkten zu positionieren und unterschiedliche Branchen zu bedienen.

Die Entstehung dieser drei Geschäftseinheiten reflektiert die Anpassungsfähigkeit der Olsberg GmbH an die sich verändernden Marktbedingungen, technologischen Fortschritte und Kundenanforderungen. Jede Phase in der Geschichte des Unternehmens hat dazu beigetragen, die Vielseitigkeit und Innovationskraft zu stärken, was letztendlich zu einer breiten Palette von Produkten und kundenspezifischen Lösungen in verschiedenen Geschäftseinheiten geführt hat.

2018 – heute

Zum 01.01.2018 wurden die langjährigen Mitarbeiter Ulrich Herrmann und Stefan Osebold zu Geschäftsführern berufen. 

Ulrich Herrmann leitete zuvor die Gießereien in Olsberg und in Königshütte viele Jahre zuverlässig und erfolgreich. Dipl.-Kfm. Stefan Osebold war zuvor kaufmännischer Leiter der Olsberg-Gruppe.

2000 – 2017 Ralf Kersting

Im Jahr 1996 trat Ralf Kersting (*1965) in das Unternehmen ein. Er arbeitete mehr als drei Jahre unter seinem Vater als Prokurist. In dieser Zeit trieb er die Exportorientierung des Unternehmens voran.

Ab dem 01.04.2000 verantwortete er als geschäftsführender Gesellschafter die Geschicke der Olsberg-Gruppe.

Wie auch sein Vater Edward engagierte sich Ralf Kersting in wichtigen Verbänden und Institutionen der deutschen Wirtschaft. So war er in den Jahren 2008 bis 2017 Präsident der Industrie- und Handelskammer Arnsberg und 2014 bis 2017 Präsident der Industrie- und Handelskammer NRW sowie Vizepräsident des DIHK in Berlin.

Im Jahr 2017 stellte die Gesellschaft das Wärmespeichergeschäft ein. In diesem Zusammenhang wurde auch die japanische Tochtergesellschaft veräußert. Am 31.12.2017 beendete Ralf Kersting seine operative Tätigkeit im Unternehmen.

1965 – 2000 Edward Kersting

Am 01.10.1965 trat Edward Kersting (*1932; †2017) in die Olsberger Hütte ein und löste Hans Everken als geschäftsführenden Gesellschafter ab. Edward Kersting war der Stiefsohn von Hans Hövener und kam als Elektro-Ingenieur von der Duisburger Kupferhütte zur Olsberger Hütte.

Unter seiner Führung kam es zu einer Aufbruchsstimmung in allen Bereichen des Unternehmens, die ihm schnell den liebevollen Beinamen „Hüttenboss“ einbrachte. 

Mit der sich andeutenden Energiekrise deutete sich auch das Ende der kohle- und ölbefeuerten Einzelheizgeräte an. Die Zeit der Elektrospeicherheizgeräte begann.

Mit dem Beginn der Serienfertigung dieser für das Unternehmen bis dahin fremden Technologie konnte sich Olsberg ein neues Marktsegment erschließen und gleichzeitig von der Monostruktur der Gussgeräte lösen. Olsberg entwickelte sich zu einem der bedeutenden Anbieter dieser Geräte.

Weitere Meilensteine in seiner Zeit als geschäftsführender Gesellschafter waren der Erwerb der Warsteiner Eisenwerke und die Übernahme der Glockengießerei Junker in Brilon, die dann später zur Handformgießerei in Olsberg ausgebaut wurde.
Darüber hinaus übernahm Olsberg die Firma Jotul-Esch sowie kurz nach der Wiedervereinigung die Ofen- und Herdfabrik Rathenow und die Gießerei- und Ofenbau Königshütte im Oberharz.   

In der Gießerei wurde die Produktion von Ofengussteilen aufgegeben. Es erfolgte die Neuausrichtung auf anspruchsvolle kernintensive Grau – und Sphärogussteile für die Investitionsgüterindustrie.

Edward Kersting war aber nicht nur Unternehmer. Er unterstützte die örtlichen Vereine ebenso wie er Verantwortung in wichtigen Funktionen der regionalen und überregionalen Wirtschaft übernahm. So führte er über 25 Jahre den regionalen Unternehmensverband der Metall- und Elektroindustrie.

Am 31.03.2000 beendete Edward Kersting seine operative Tätigkeit im Unternehmen.

1960 – 1965 Hans Everken

Hans Everken (*1901; †1984) war der zweitälteste Sohn von Herrmann Everken. Nach seinem Militärdienst trat er am 12.04.1940 ins Unternehmen ein und war Prokurist bis zum Jahr 1960. Danach war er bis zu seinem Ausscheiden am 30.09.1965 persönlich haftender Gesellschafter. 

Neben dem schon bestehenden Programm von Herden und Kohleöfen sowie der Erstellung von Ofengussteilen erfolgte die schon von Ferdinand Brüning angestoßene Entwicklung und Produktion von Ölöfen. Damit einher gingen Investitionen in Produktions- und Lagerhallen sowie Investitionen in die Gießerei.

1950 – 1959 Ferdinand Brüning

Schon 1940 trat Marineoffizier Ferdinand Brüning als Prokurist in die Olsberger Hütte ein. Ab 1950 führte er das Unternehmen als persönlich haftender Gesellschafter bis zu seinem Tod im Jahre 1959.

1946 – 1950 Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Krieges ruhte zunächst die Produktion und stand dann von Anfang 1946 bis zum Juni 1950 unter dem Diktat der britischen Militärverwaltung. Diese setzte Josef L. König als Geschäftsführer ein.

1921 – 1945 Hermann Everken

Im Jahre 1921 entschloss sich dann Hermann Everken als Direktor ins Unternehmen einzutreten.

Nach 25-jähriger Tätigkeit als Ingenieur bei der Firma Krupp in Essen und der Leitung sämtlicher Gießereibetriebe des Konzerns hätten Hermann weitere Karrieremöglichkeiten in Essen offen gestanden. Er lehnte dennoch sämtliche Angebote ab, um sich mit ganzer Kraft den Aufgaben in Olsberg zu widmen. 

Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt überaltert. Der Zustand der Gebäude und Maschinen war schlecht und die Öfen und das Emaillierwerk standen vor dem Zusammenbruch. 

In den darauffolgenden Jahren baute Hermann Everken die Olsberger Hütte in kleinen Schritten wieder auf. Die Ofenproduktion wurde komplett umstrukturiert.

Mit diesen Maßnahmen und der neu gewonnenen Leistungsfähigkeit wurde auch die Inflation ohne weiteren Vermögensverlust überwunden.

Der Schwerpunkt der Fertigung lag in dieser Zeit in der Produktion von Gießereiteilen für die Kesselofenherstellung. Die Olsberger Hütte war größter Hersteller von Kesselöfen und Einsatzkesseln in Europa.

Nach der Umwandlung der Olsberger Hütte in eine KG im Jahre 1939 wurde Hermann Everken persönlich haftender Gesellschafter bis zum Kriegsende im Jahre 1945.

1918 – 1921 Kropff-Federath’sche Stiftung

Das bis dahin unter dem Namen der Caspar-Kropff-Hütte firmierende Unternehmen in Olsberg ging kurzfristig in den Besitz der Kropff-Federath´schen Stiftung über. Von der Verwaltung der Stiftung, die das Bistum Paderborn ausübte, wurde als Geschäftsführer Nikolaus Schottes eingesetzt.
Im Jahr 1920 übernahmen Neffen und Nichten von Ida Kropff, die Familien Everken, Hövener und Brüning, das Unternehmen.
Die „Olsberger Hütte G.m.b.H.“ wurde gegründet.

1888 – 1918 Ida Kropff, geb. Brüning

Nach Caspars Tod wurde seine Frau Ida Kropff Alleinerbin ihres Mannes und damit die erste Frau an der Spitze des Unternehmens. 

Ida heiratete am 3. Juni 1891 den Landrat und späteren Ehrenbürger der Stadt Brilon, Dr. jur. Hans-Karl Federath. Diese Ehe bereicherte Idas gesellschaftliches Leben.
So waren sie und ihr Mann wiederholt zu Gast bei Reichskanzler Otto von Bismarck in Berlin. 

Zudem setzte sie vielfältige Zeichen als kluge und weitsichtige Wohltäterin in Olsberg. So gründete sie die Kropff-Federath’sche Stiftung für gesellschaftlich benachteiligte Kinder, die auch heute noch in ihrem Namen tätig ist. Und auch die Kappen der heimischen Schützenbruderschaft St. Michael erinnern an die großherzige Spenderin.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes stand Ida vor gewaltigen Aufgaben. Mit großer Energie und als überaus tüchtige Geschäftsfrau schaltete sie sich in die Leitung der Olsberger und Altenbekener Hütte ein. 

Ida blieb kinderlos. Ihren großen Besitz hinterließ sie 1918 der von ihr gegründeten Kropff-Federath’schen Stiftung. 

Auch das bis dahin noch unter dem Namen der Caspar-Kropff-Hütte firmierende Unternehmen in Olsberg ging kurzfristig in den Besitz der Stiftung über, bevor Idas Neffen und Nichten, die Familien Everken, Hövener und Brüning das Unternehmen 1920 übernahmen.

Die „Olsberger Hütte G.m.b.H.“ wurde gegründet.

1835 – 1888 Caspar Kropff

Als letzter seiner Familie war Caspar Kropff als Alleininhaber und Gewerke im Unternehmen tätig. 

Liebevoll wurde er in Olsberg auch der „Hüttenvater“ genannt. Das Unternehmen nannte sich zu dieser Zeit die „Caspar Kropff Hütte“. 

Caspar traf eine für das heutige Unternehmen noch wichtige Entscheidung, nämlich die Aufnahme der Produktion transpor-tabler Kessel- und Zimmeröfen.

Olsberg ist damit auch weltweit einer der ältesten Hersteller von Einzelraumfeuerstätten. 

Caspar war aber nicht nur Unternehmer, sondern engagierte sich in vielfältiger Form im öffentlichen Leben.

1808 – 1867 Friedrich Caspar Kropff

Friedrich Caspar Kropff gab das Unternehmen in die letzte Generation der Familie Kropff weiter.

In seine Zeit fiel auch die Investition in eine „neue Hütte“ mit Hochofen, Formguss- und Schleifwerk.

1777 – 1850 Casper Arnold Kropff

Dr. med Casper Arnold Kropff führte das Unternehmen als Arzt und Apotheker. Arnold vererbte die Hütte weiter an seinen Sohn Friedrich Caspar Kropff.

1758 – 1807 Friedrich Bernhard Kropff

Friedrich Bernhard Kropff blieb kinderlos und vermachte den Besitz seinem Bruder Dr. med Casper Arnold Kropff.

1726 – 1801 Heinrich Caspar Kropff

Auf den Inhaber Heinrich Caspar Kropff folgte sein Sohn Friedrich Bernhard Kropff.

1699 – 1771 Bernhard Heinrich Kropff

Bernhard Heinrich Kropff vererbte das Unternehmen weiter an seinen Sohn Heinrich Caspar Kropff.

1657 – 1724 Johannes Kropff

Johannes Kropff war der erste Gewerke mit dem Namen Kropff im Unternehmen. Mit seinem Eintritt können die Inhaber der Olsberger Hütte in lückenloser Folge aufgeführt werden.

Die Epoche der Familie Kropff bestand über mehrere Generationen. Schon in diesen Jahren waren allerdings die Familien Unkraut und Kannegießer als Mitinhaber am Unternehmen beteiligt.

Auf Johannes Kropff folgte sein Sohn.

1577 – Erste urkundliche Erwähnung

Beginn der Erzschmelze in größerem Umfang in der Olsberger Hütte nach Auswerfen eines Wassergrabens zum Gierskoppbach.  

This site is registered on wpml.org as a development site. Switch to a production site key to remove this banner.